Lebensmittel Zeitung: Preisentwicklung im Lebensmittelhandel


Ausgabe vom 18.06.2021, Seite 4


Preisentwicklung im Lebensmittelhandel


Das Thema Inflation rückt stärker in den Fokus. Viele Hersteller wollen angesichts gestiegener Kosten höhere Preise im Lebensmittelhandel durchsetzen. Thomas Pielenhofer von Bavaria Consulting erwartet Preiskämpfe und eine harte Linie des Handels.


Der Lebensmittelhandel erwartet sinkende Umsätze. Mit welcher Entwicklung rechnen Sie?

Der Außer-Haus-Konsum wird wieder stärker zunehmen. Dadurch sinkt der Pro-Kopf-Umsatz im LEH versus 2020, die Umsätze gehen gegenüber den Lockdown-Zeiten zurück. Der Druck auf die Preise steigt, Erträge des Handels sinken.


Wie wird der Handel reagieren?

Der LEH wird an der Preisschraube drehen und aggressivere Regal- und Aktionspreise zeigen, um sich im harten Verteilungskampf zu profilieren.

Es werden sicherlich auch einige Preise durch höhere

Rohstoffkosten steigen. Aber einen allgemeinen Trend

würde ich darin noch nicht sehen.


Wie stehen aus Ihrer Sicht die Chancen des Handels, Preiserhöhungen der Industrie abzuwehren?

Die Händler wehren sich grundsätzlich gegen steigende Preise außer bei rohstoffbedingten Ursachen. Und selbst dann ist mit Gegenwind zu rechnen. Die Händler werden ihren Lieferanten – die ja meist auch pandemiebedingte Windfallprofits einfuhren – höhere Konditionen abfordern. Die Industrie muss darauf eine Antwort finden, um ihre Erträge zu sichern.


Was bedeutet aus ihrer Sicht ein Preisauftrieb im LEH für die verschiedenen Formate?

Alle Formate kämpfen gegen die hohen Umsatzzahlen in der Corona-Zeit. Die Discounter sind im Vorteil, wenn alle Lebenshaltungskosten inklusive Mieten und Energie steigen. Dann dürfte die Preissensibilität der Kunden zunehmen. Die Discounter begegnen dem steigenden Preisbewusstsein der Konsumenten auch durch Aufnahme von zusätzlichen Eigenmarken-Artikeln im Preiseinstiegsbereich.


Wie sehen Sie die Vollsortimenter? Der Druck auf die Vollsortimenter wird steigen. Sie werden in wichtigen Kategorien den Preis als Verkaufsförderungsinstrument temporär stärker einsetzen, um ihre Marktposition zu behaupten. Seite 4hjs/lz 24-21


Herr Dipl.-Kfm. Thomas Pielenhofer Partner der Bavaria Consulting

Head of Sales

Experte für Trade Terms

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